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Aktuelle Wortmeldung

von Karl-Heinz Albers

Wozu?
An dieser Stelle veröffentliche ich in regelmäßigen Abständen Texte zu Themen, mit denen ich mich gerade befasse. Sie sollen zum Nachdenken(und mich zum Formulieren) reizen und eine inhaltliche Auseinandersetzung befördern.
Über Reaktionen und Weiterführungen freue ich mich also.

® Alle Texte und Arbeitsblätter von perspektive-albers.de dürfen mit Quellenhinweis (• Karl-Heinz Albers • Laufbahncoaching • Supervision • www.perspektive-albers.de ) verwendet werden.

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Freitag, 16. Juni 2017 - 13:00 Uhr
Supervisorinnen und Prostituierte – es lebe die Abspaltung

Schamanen, Coaches, Lebensberater, Konfliktklärer...

(Folgende Aussagen gelten auch für Männer! Aber ich habe die weibliche Form gewählt, weil....)
Die professionelle Prostituierte ist Expertin für Teilaufgaben - wie alle Experten. Sie stellt „Teile“ ihre Körpers und ihren geschickten Umgang damit gegen Geld zur Verfügung.
Sie bemüht sich dabei, zwischen ihrem verliehenen Körper und ihrem eigentlichen Sein zu unterscheiden. Wenn der Kunde mehr als diesen „öffentlichen“ Teil benutzen will (z.:B Küssen), dann wird abgelehnt oder ein erhöhtes Honorar verlangt. Oder es wird kompliziert, sobald ihr „Dienstleistungsangebot“ mehr als einfache, zusätzliche körperliche Verrichtung ist/wird. Andererseits: Nur wenn dieses äußerliche, technische Zusammenfinden in der Fantasie des Kunden, im Schein, überschritten wird („Die mag mich etwas“, „Die meint mich“, „es ist fast wie echt“.), kann genügend Befriedigung/Zufriedenheitsgefühl erreicht werden. Allerdings mit der Dauergefahr dass die Illusion vorzeitig aufbricht.)
D.h., eine Trennung zwischen beruflichem Tun und privater Person ist für die Prostituierte sozusagen professionelle „Kernkompetenz“, obzwar sie diesen Unterschied zum besseren Schein immer wieder verwischen muss.
Ähnlich macht es die Supervisorin.

Auch Supervisorinnen benutzen ihre besondere menschliche Kompetenz und Eigenart. Sie arbeiten mit ihr und durch dieses persönliche Potenzial. Ihr Wahrnehmungs- und Einfühlungsvermögen, die Fähigkeit andere zu stärken, zu schützen - teilweise sogar ihr Helfersyndrom - etc. ist ihr Kapital. Freundschaftliche, mütterliche, väterliche Haltung und Verhalten setzen sie in der Beratung – neben Fach-Tools - als Instrument ein. Die Prostituierte tut dieses auch. Beide bringen die – scheinbare?, zumindest begrenzte - eigene Offenheit und Interessiertheit ein. Das schafft Vertrauen, denn ein Minimalmaß davon ist nötige Basis für ihr professionelles Gelingen.

Allerdings: Die Supervisorin, die zu viel positive Gefühle für ihren Supervisanden entwickelt, verliebt sich in ihn und verlässt damit die Geschäftsbeziehung. Die professionelle Qualität schwindet, ihre „persönliche Ausstattung“ wird dann wichtiger. Wenn also die professionell gelernte Abspaltung – unter der der Klient „leidet“ - auch den Professionellen nicht mehr gelingt, wenn sie also „gesund“ (als Gesamtperson) reagierten, höbe sich die Geschäftsbeziehung „eigentlich“auf, Damit werden sie schlechte Supervisorinnen, d.h. also auch schlechte Geldverdiener.
Bei der Prostitution gilt das noch stärker.

P und S sind Schauspieler. Sie müssen etwas vorgaukeln. Sie vermitteln: „Dein Anliegen ist bei mir in guten Händen, es bedeutet mir als Person etwas“. Ohne diese Illusion der - wenigstens ansatzweise eingebrachten - Authentizität, an die alle Beteiligten mehr oder weniger glauben (müssen), stellt sich kein positives Ergebnis der Interaktion ein. (Ekel oder Ablehnungsgefühle auf beiden Seiten führen nur selten zum versprochenen Ergebnis )
P und S wollen in erster Linie Geld verdienen. Ohne diesen Geldbedarf würden sie mit dem jeweils anklopfenden  „Kunden“ keinen Kontakt aufnehmen oder halten. Offen dazu zu stehen, können und dürfen sie aber nur beschränkt.

Warum ist das zu kritisieren und nicht einfach zu akzeptieren?
Es sei doch ein Job der persönlichen Dienstleistung, wie jeder andere – sagen ganz Fortschrittliche.
Das alles ist Problem, weil immer  besondere Funktionen/Bedürftigkeiten des menschlichen Lebens ausgegliedert werden. Für Geld wird die Stillung dieses „zahlungskräftigen Bedarfs“ versprochen. Die Befriedigung einzelner, menschlicher Bedürfnisse wird er- und gekauft. Der Kaufakt zwischen Käufer und Verkäufer ersetzt den gleichberechtigten menschlichen Kontakt. Menschlicher Kontakt und ein Kaufakt erfordern und fördern (!) allerdings vollkommen andere Voraussetzungen bei den Beteiligten, auf beiden Seiten und auch in ihnen als Person.
Wer über genügend Geld verfügt, kann sich diese „Fehlstelle“ zusammenkaufen, wer nicht , der muss im „richtigen Leben“ weiter suchen.
Das Kontaktverhältnis dieser „Dienstleistung am Menschen“ bleibt ein instrumentelles. Der andere interessiert nur so lange, wie er das Geldverdienbedürfnis des einen oder die „Erleichterung“ des anderen befriedigen kann. (Wer nicht zahlt, …) Beide Seiten müssen den anderen immer auch als Instrument sehen und ihm etwas vormachen. Die Freiheit, auf dem Markt als Selbständige auftreten zu können , hat eine Kehrseite. Denn hier findet  kein harmloser Markttausch statt, sondern Menschen behandeln ihre Interaktion als Ding- oder Warenverhältnis und entwickeln logisch auch solch eine Beziehung zu einander , sie verlieren dadurch selbst aber immer mehr an Würde.  (Bei Einlassungen, die an/über die Grenze gehen , entwickeln viele („Kunden“ wie Professionelle) noch ein spontanes Unbehagen an ihrem Tun.)

Insgesamt schult diese „Normalität“ der „personenbezogenen Dienstleistung“ ein Abfinden mit reduziertem, abgespaltenem Leben. Und durch die Normalisierung dieser Geld-vermittelten Kontakt-Verhältnisse(M.E. eine Erscheinungsweise von neoliberalen Denkmustern) werden sie auch immer wieder stabilisiert. Letztendlich entsteht kein ungutes Gefühl mehr bzgl. dieser Reduzierung und auch keine Revolte dagegen. Vom „richtigen Leben“ wird zwar geträumt, aber nicht mehr wirklich etwas gewusst, geschweige denn, dass es wirklich angestrebt würde.
Deswegen ist diese Form von Verdienstleistung, von immer mehr gesellschaftlichen Bereichen, - über mein Coach, mein Therapeut, mein Supervisor, mein „Masseur“ hinaus - ein Weg zur weiteren Abspaltung von ursprünglich Ganzheitlichem. Aber auf diese Überwindung der künstlichen Trennung sind die gesellschaftlichen (modernen)Angebote gerade nicht angelegt, im Gegenteil diese Professionalisierung arbeitet dagegen.

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Freitag, 9. Juni 2017 - 12:34 Uhr
Die zukunftsgerichteten Vier

(Aus der Orientierungs-Beratung)

WÜNSCHE und die Werte >
Passen Sie zusammen? Wenn nicht, was heißt das?

ZIELE und die Wünsche
>
Liegen den Zielen bestimmte Wünsche/Bedürfnisse zugrunde?  Sind es eigene?
Ziele und die Ansprüche>
Ziele brauchen unbedingt eine Zeitvorstellung, letztere nicht.

WERTE und die Ziele >
Welche Werte werden durch welche Ziele realisiert? Widersprüche
zwischen ihnen führen zu Motivationsproblemen.

ANSPRÜCHE und die Werte>
Welche Werte wurden zu Ansprüchen? Ist das gut?
Ansprüche und die Wünsche>
Liegt den konkreten Ansprüchen auch ein Wunsch zugrunde?  Passen Anspruch und Wunsch zusammen?

Klarheit darüber und Konsistenz bringen mensch voran. 

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Donnerstag, 1. Juni 2017 - 22:42 Uhr
Terminkalender und Handy - Lebensform der Zeitoptimierer

Wer kein Handy oder gar keinen Terminkalender hat, lebt nicht (in dieser Welt), weil vieles ohne ihn stattfindet, weil er eben „Wichtiges“ verpasst oder vergisst.
Wer nach Terminkalender „lebt“, der arbeitet ab – was der Kalender vorgibt. Der spürt logischerweise vom (unplanbaren) Leben wenig. Will er auch nicht, denn „das ungeplante Leben“ würde den Zeitplan durcheinander bringen. Sein Handy/smartphone sichert das Voranschreiten indem erinnert, abgearbeitet, abgehakt wird. Das ist das ersehnte Gefühl: Fortschritt, besser werden, bloß kein Stillstand.
Mittels permanenter Erreichbarkeit werden Tagesaufgaben und Termine, also Selbstbestätigungseinheiten, eingesammelt und angehäuft.

Ist doch klar, dass das ungeplante Leben zu kurz kommt. Aber „sie“ - diese Zeitoptimierer - können es sich noch erlauben, das nicht zu bemerken. Denn im Innersten denken/fühlen diese Art von „Zeitspezialisten“ eigentlich, die Arbeit sei schon das Leben.
(Obwohl immer wieder viele Ex-Manager als Aussteiger ihre Erweckungsbücher schreiben und gut verkaufen)
„Ich arbeite gerne“, posaunen sie in die Welt.  Und sie behaupten nach außen zumeist verlockend, durch mehr, durch besseres Zeitmanagement auch dem übrigen Leben, dem Nicht-Arbeits-Leben,  zum Recht verhelfen zu wollen.
Aber ich kenne niemand, dem das auf diese Weise gelungen ist. 

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Dienstag, 23. Mai 2017 - 22:41 Uhr
Wann ist Zeit wofür?

     

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Donnerstag, 18. Mai 2017 - 10:54 Uhr
SICHERHEITSSTREBEN

versteckt hinter unterschiedlichsten Ausdrucksformen

Liebe
Anerkennung
Abhängigkeit vom Partner
Unauffälligkeit
Anspruchslosigkeit
Machtorientierung
Ausnutzen, übervorteilen
Prestigestreben
Persönliche Bewunderung anderer
Ehrgeiz
Unabhängigkeit

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