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Aktuelle Wortmeldung

von Karl-Heinz Albers

Wozu?
An dieser Stelle veröffentliche ich in regelmäßigen Abständen Texte zu Themen, mit denen ich mich gerade befasse. Sie sollen zum Nachdenken(und mich zum Formulieren) reizen und eine inhaltliche Auseinandersetzung befördern.
Über Reaktionen und Weiterführungen freue ich mich also.

® Alle Texte und Arbeitsblätter von perspektive-albers.de dürfen mit Quellenhinweis (• Karl-Heinz Albers • Laufbahncoaching • Supervision • www.perspektive-albers.de ) verwendet werden.

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Freitag, 14. Juli 2017 - 22:59 Uhr
Was schert mich die Vergangenheit? - Ich will voran!

Dagegen:
Man kennt einen Menschen nur dann wirklich, wenn man seine Kindheit kennt. Georges Simenon

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Freitag, 7. Juli 2017 - 19:09 Uhr
Position – Funktion – Rolle

Einfache Überlegungen

POSITION   Formaler Platz in Organisation

FUNKTION
Zwecke/Aufgaben der Position
Postion und Funktion bestimmen die Verhaltenserwartungen an diejenige, die in einer Organisation arbeitet.

In der Stellenausschreibung mit Arbeitsbeschreibung ist ein Teil der Erwartungen fixiert
DAS SUCHEN WIR 
Die interessierte Arbeitskraft  verspricht in der Bewerbung
„ICH ERFÜLLE DIE ERWARTUNGEN
durch die Übernahme der geforderten  (BERUFS-) ROLLE
Dazu lege ich formale Belege bei, aus denen hervorgeht, dass ich die Berufsrolle ausfüllen kann/darf.

Wenn ich Probleme bei/mit der Arbeit habe:
- Wie stehe ich zur Postion? Ist sie meiner Karriere angemessen, finde ich sie in der
  Unternehmenshierarchie passend für mich?
- Passen die realen Aufgaben zu meinem (behaupteten)Profil und Interesse?
- Weigere ich mich, in der Rolle zu bleiben oder sie auszufüllen ?

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Freitag, 30. Juni 2017 - 12:01 Uhr
Das Gutmeinen

ist eine Haltung,
die sich der eigenen intakten Moral
versichert und damit wirkliche
Auseinandersetzungen ersparen hilft.

Matthias Frings 

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Freitag, 23. Juni 2017 - 19:34 Uhr
Leben wir in einer „Wissensgesellschaft“?

Die Mehrheit der Mitglieder dieser „schlauen Gesellschaft“ weiß kaum etwas über das eigene demokratische, politische System. Über Volkswirtschaft  und noch weniger , über die politisch- ökonomischen Zusammenhänge schon gar nichts. Man weiß also wenig darüber, was einen(die eigenen Möglichkeiten) tagtäglich wesentlich bestimmt.
Aber Wählen tun diese „Unwissenden“ ohn‘ Unterlass, es sei ja „demokratische Pflicht“.

Man hat kaum Wissen  über Zwischenmenschliche Beziehungen und auch ebenso wenig über sich selbst als  psycho-physisches Wesen .
Ökologisches Wissen bleibt Halbwissen, Selbsttäuschung oder plakativ.
Man weiß einiges darüber, wie technische Geräte zu bedienen sind. Aber über ihr inneres Funktionieren und Zusammenhänge wissen nur „Experten“.
Doch gleichzeitig schallt es aus allen Ecken: Vernetzung, Vernetzung , komplex, Vernetzung! 

Über die letzte Rabattaktion weiß man mehr , das „ist ja auch wichtig - fürs Portemonnaie“.

Aus der Geschichte lernen, ist schon gar nicht möglich, da man davon auch nur noch wenig Relevantes weiß. Und der Rest: Bereits erfahrenes Wissen, Wissen aus der Vergangenheit wird wieder vergessen oder „untergepfügt“, da für „überholt“ erklärt“.

Ein Gutes hat dieses Lügenmärchen der Wissensgesellschaft allerdings: dort wo kaum etwas gewusst wurde, kann auch nicht vergessen werden. (Ich meine die agierenden Menschen , nicht die Speichermedien)
Aber vielleicht ist das Wort , und alles, ja auch anders gemeint. 

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Freitag, 16. Juni 2017 - 13:00 Uhr
Supervisorinnen und Prostituierte – es lebe die Abspaltung

Schamanen, Coaches, Lebensberater, Konfliktklärer...

(Folgende Aussagen gelten auch für Männer! Aber ich habe die weibliche Form gewählt, weil....)
Die professionelle Prostituierte ist Expertin für Teilaufgaben - wie alle Experten. Sie stellt „Teile“ ihre Körpers und ihren geschickten Umgang damit gegen Geld zur Verfügung.
Sie bemüht sich dabei, zwischen ihrem verliehenen Körper und ihrem eigentlichen Sein zu unterscheiden. Wenn der Kunde mehr als diesen „öffentlichen“ Teil benutzen will (z.:B Küssen), dann wird abgelehnt oder ein erhöhtes Honorar verlangt. Oder es wird kompliziert, sobald ihr „Dienstleistungsangebot“ mehr als einfache, zusätzliche körperliche Verrichtung ist/wird. Andererseits: Nur wenn dieses äußerliche, technische Zusammenfinden in der Fantasie des Kunden, im Schein, überschritten wird („Die mag mich etwas“, „Die meint mich“, „es ist fast wie echt“.), kann genügend Befriedigung/Zufriedenheitsgefühl erreicht werden. Allerdings mit der Dauergefahr dass die Illusion vorzeitig aufbricht.)
D.h., eine Trennung zwischen beruflichem Tun und privater Person ist für die Prostituierte sozusagen professionelle „Kernkompetenz“, obzwar sie diesen Unterschied zum besseren Schein immer wieder verwischen muss.
Ähnlich macht es die Supervisorin.

Auch Supervisorinnen benutzen ihre besondere menschliche Kompetenz und Eigenart. Sie arbeiten mit ihr und durch dieses persönliche Potenzial. Ihr Wahrnehmungs- und Einfühlungsvermögen, die Fähigkeit andere zu stärken, zu schützen - teilweise sogar ihr Helfersyndrom - etc. ist ihr Kapital. Freundschaftliche, mütterliche, väterliche Haltung und Verhalten setzen sie in der Beratung – neben Fach-Tools - als Instrument ein. Die Prostituierte tut dieses auch. Beide bringen die – scheinbare?, zumindest begrenzte - eigene Offenheit und Interessiertheit ein. Das schafft Vertrauen, denn ein Minimalmaß davon ist nötige Basis für ihr professionelles Gelingen.

Allerdings: Die Supervisorin, die zu viel positive Gefühle für ihren Supervisanden entwickelt, verliebt sich in ihn und verlässt damit die Geschäftsbeziehung. Die professionelle Qualität schwindet, ihre „persönliche Ausstattung“ wird dann wichtiger. Wenn also die professionell gelernte Abspaltung – unter der der Klient „leidet“ - auch den Professionellen nicht mehr gelingt, wenn sie also „gesund“ (als Gesamtperson) reagierten, höbe sich die Geschäftsbeziehung „eigentlich“auf, Damit werden sie schlechte Supervisorinnen, d.h. also auch schlechte Geldverdiener.
Bei der Prostitution gilt das noch stärker.

P und S sind Schauspieler. Sie müssen etwas vorgaukeln. Sie vermitteln: „Dein Anliegen ist bei mir in guten Händen, es bedeutet mir als Person etwas“. Ohne diese Illusion der - wenigstens ansatzweise eingebrachten - Authentizität, an die alle Beteiligten mehr oder weniger glauben (müssen), stellt sich kein positives Ergebnis der Interaktion ein. (Ekel oder Ablehnungsgefühle auf beiden Seiten führen nur selten zum versprochenen Ergebnis )
P und S wollen in erster Linie Geld verdienen. Ohne diesen Geldbedarf würden sie mit dem jeweils anklopfenden  „Kunden“ keinen Kontakt aufnehmen oder halten. Offen dazu zu stehen, können und dürfen sie aber nur beschränkt.

Warum ist das zu kritisieren und nicht einfach zu akzeptieren?
Es sei doch ein Job der persönlichen Dienstleistung, wie jeder andere – sagen ganz Fortschrittliche.
Das alles ist Problem, weil immer  besondere Funktionen/Bedürftigkeiten des menschlichen Lebens ausgegliedert werden. Für Geld wird die Stillung dieses „zahlungskräftigen Bedarfs“ versprochen. Die Befriedigung einzelner, menschlicher Bedürfnisse wird er- und gekauft. Der Kaufakt zwischen Käufer und Verkäufer ersetzt den gleichberechtigten menschlichen Kontakt. Menschlicher Kontakt und ein Kaufakt erfordern und fördern (!) allerdings vollkommen andere Voraussetzungen bei den Beteiligten, auf beiden Seiten und auch in ihnen als Person.
Wer über genügend Geld verfügt, kann sich diese „Fehlstelle“ zusammenkaufen, wer nicht , der muss im „richtigen Leben“ weiter suchen.
Das Kontaktverhältnis dieser „Dienstleistung am Menschen“ bleibt ein instrumentelles. Der andere interessiert nur so lange, wie er das Geldverdienbedürfnis des einen oder die „Erleichterung“ des anderen befriedigen kann. (Wer nicht zahlt, …) Beide Seiten müssen den anderen immer auch als Instrument sehen und ihm etwas vormachen. Die Freiheit, auf dem Markt als Selbständige auftreten zu können , hat eine Kehrseite. Denn hier findet  kein harmloser Markttausch statt, sondern Menschen behandeln ihre Interaktion als Ding- oder Warenverhältnis und entwickeln logisch auch solch eine Beziehung zu einander , sie verlieren dadurch selbst aber immer mehr an Würde.  (Bei Einlassungen, die an/über die Grenze gehen , entwickeln viele („Kunden“ wie Professionelle) noch ein spontanes Unbehagen an ihrem Tun.)

Insgesamt schult diese „Normalität“ der „personenbezogenen Dienstleistung“ ein Abfinden mit reduziertem, abgespaltenem Leben. Und durch die Normalisierung dieser Geld-vermittelten Kontakt-Verhältnisse(M.E. eine Erscheinungsweise von neoliberalen Denkmustern) werden sie auch immer wieder stabilisiert. Letztendlich entsteht kein ungutes Gefühl mehr bzgl. dieser Reduzierung und auch keine Revolte dagegen. Vom „richtigen Leben“ wird zwar geträumt, aber nicht mehr wirklich etwas gewusst, geschweige denn, dass es wirklich angestrebt würde.
Deswegen ist diese Form von Verdienstleistung, von immer mehr gesellschaftlichen Bereichen, - über mein Coach, mein Therapeut, mein Supervisor, mein „Masseur“ hinaus - ein Weg zur weiteren Abspaltung von ursprünglich Ganzheitlichem. Aber auf diese Überwindung der künstlichen Trennung sind die gesellschaftlichen (modernen)Angebote gerade nicht angelegt, im Gegenteil diese Professionalisierung arbeitet dagegen.

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