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Aktuelle Wortmeldung

von Karl-Heinz Albers

Wozu?
An dieser Stelle veröffentliche ich in regelmäßigen Abständen Texte zu Themen, mit denen ich mich gerade befasse. Sie sollen zum Nachdenken(und mich zum Formulieren) reizen und eine inhaltliche Auseinandersetzung befördern.
Über Reaktionen und Weiterführungen freue ich mich also.

® Alle Texte und Arbeitsblätter von perspektive-albers.de dürfen mit Quellenhinweis (• Karl-Heinz Albers • Laufbahncoaching • Supervision • www.perspektive-albers.de ) verwendet werden.

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Donnerstag, 7. September 2017 - 14:26 Uhr
Arbeiten Sie auch systemisch?

So werde ich oft gefragt. Dahinter steckt häufig ungute, vergangene Erfahrung und man fragt vor diesem Hintergrund: Kriege ich wieder die ganze Schuld? Zu viel Psychologie(siererei) wollen wir hier nicht…
Systemisches Denken ist also einerseits ein Gewinn, sofern es diese verengte psychologische Sicht überwindet. Diese moderne Sichtweise ist davor gefeit, jeden Fehler und jedes Missgeschick sofort auf das „versagende“ Individuum zurückzuführen, es also zu beladen.
Im Effekt findet darüber also eine Entlastung statt. Endlich wird gesehen, welchen Einfluss(Wechselwirkung)  die Umgebung, die anderen, - eben das System – auf das (eigene) Verhalten und Geschehen hat.

Doch ich denke, man muss schon wieder gegensteuern. Überall „schmückt“ man sich mit dem „Systemischen Ansatz“. Doch wo bleibt jetzt das Individuum? Eigentlich wird es jetzt als Rädchen, als kleines „Subsystem“ betrachtet, dessen Sinn und Zweck nichts als das Sich-Einfügen ist. ( So werden systemisch – d.h. auch immer unkritisch (eben funktional) - Forderungen von „lebenslangem Lernen“, Beweglichkeit, Mobilität usw. mit-geplappert.)
Wirkliche Eigenverantwortung und eigenes Gewissen bilden sich nicht heraus und dürfen keine Bezugsgrößen mehr für Menschen sein, denn: „Das du sollst nicht!“ ist mit der Welt , die als System betrachtet wird, nicht kompatibel. Dort kann es nur ein Funktionieren und Nichtfunktionieren geben.“(Reimer Gronemeyer)

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Donnerstag, 31. August 2017 - 22:39 Uhr
Selbstbestimmt abwarten?

„Menschen, die sich blindlings in Aktionismus stürzen, sind häufig unfähig, eine situative Spannung auszuhalten, und agieren insofern in höchstem Maße unfrei. Sie unterliegen einem inneren Zwang, Momente der Stille und der Unbestimmtheit sofort zu zerstören beziehungsweise gar nicht erst aufkommen zu lassen, weil sie solche Augenblicke als peinlich und verstörend, als zutiefst quälend und unangenehm empfinden. ….
Wer sich in unbestimmten Situationen abwartend verhält, nimmt sich Zeit, diese  Situationen auf sich wirken zu lassen und ihre Spielräume auszuloten – ein Verhalten, das genau besehen um einiges souveräner ist als ein offensives Vorpreschen, in dem sich die eigene Unsicherheit nur umso deutlicher offenbart. Selbstbestimmt ist somit gerade der, der sich zunächst einmal bestimmen lässt: nämlich von Gegebenheiten, die es wahr- und in das eigene Handeln hineinzunehmen gilt.“
Svenja Flaßpöhler, Wir Genussarbeiter, 2011.

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Mittwoch, 23. August 2017 - 19:59 Uhr
Wasch mich - aber mach mich nicht nass!

Übergangskrankheiten?
Der gefrustete Supervisor berichtet:
Das Team beginnt eine Teamsupervision. Sie wollen arbeitsfähiger werden. Wir wollen Ziele erarbeiten in der SV, heißt es. Wir erwarten Methoden vom Supervisor, die uns voranbringen.
Wir wollen Konzeptionen für unser Projekt erarbeiten.
Wir wollen keine WG-Selbsterfahrungsstunden. Soweit der Anspruch.

Real glänzten etliche Teilnehmer immer wieder durch Abwesenheit. Und Fluktuation war ein ständiger Begleiter.
In der SV herrscht häufig – Schweigen. Der Supervisor lässt laufen und ist auch wenig engagiert. Selbstreflektion blieb – beiderseits - ein Fremdwort.
Der Supervisor bringt zu wenig, denn er ist in seiner Abstinenzvorstellung  von gestern. "Ihr müsst euch zuerst bewegen", denkt er.  Zwischen heutigen Supervisons-/Coachingvorstellungen (von Beglückung durch äußere Impulse/Tools) und gestrigen Supervisoren ist schwer eine gelingende Verbindung herzustellen.
Obwohl gerade sie sehr nötig wäre. 

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Freitag, 18. August 2017 - 13:15 Uhr
Demokratische Wahlen?

Warum soll eigentlich jeder erwachsene Deutsche zur Wahl gehen dürfen?
Darf jeder Erwachsene ohne Führerschein am Autoverkehr teilnehmen?

Der Führerschein ist ein sinnvolle Schutzmaßnahme. Er ist keine Entmündigung, sondern eine vernünftige Beschränkung. Hier beschwert sich niemand wegen angeblicher Diskriminierung.
Braucht die demokratische Wahl keinen Schutz? Soll jeder Halbwissende, Mitläufer, Besserwisser, oder Ignorant mitbestimmen können, wie es in der Politik weitergeht? Nennt sich so etwas Demokratie?
Warum ist diese Diskussion tabu?
Diese praktizierte,  „offene-naive“ Art sorgt doch systematisch für keine guten politischen Entscheidungen.
Das ist fahrlässig.
Sie schützt offensichtlich nicht vor dem allgemeinen Mehrheitsschwachsinn (des Konsums, der kriegerischen Freund-Feind-Haltung, des Wachstumsfetisch usf.), der in „populären“ Medien seine Propagandisten und in Hinterzimmern seine Profiteure findet.

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Donnerstag, 10. August 2017 - 15:01 Uhr
Längere Beratungsprozesse „arten aus“

Der lange Beratungsprozess, als Begleitungsprozess, hat ein Prä, ein Vertrauensverhältnis konnte mit der Zeit wachsen, auf dessen Basis mehr und tiefere Lern- und Bewußtseinsprozesse möglich sind.
Die Kehrseite: Berater und Klient/Ratsuchende meinen sich immer mehr zu kennen. Übertragung und Projektionen erlangen (wieder) reichlich Nahrung.
Eine kritische Prüfung( auf der einen Seite z.B. über Supervision) des eigenen Bildes vom anderen unterbleibt meist.
Beide werden tendenziell „lockerer“, soll heißen „distanzloser“.
Die Form wird weniger geachtet, vormals bewusst geachtete Grenzen lösen sich auf, spontane, „menschliche“ Kontakt-Reaktionen werden zugelassen und passieren. Die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit lässt nach.
Man gewöhnt sich.

Das ist nicht gut.
Auf diese Weise, geht, neben anderem, eine besondere Qualität der professionellen Beratung - die asymmetrische(!) Kommunikationsbeziehung - langsam verloren.
Nur, - wann beginnt die „längere Beratung“, die zu lange Beratung?

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